Tag 18 von 30
Ps 83:1–88:18 · etwa 6 Min.
83:1 Ein Psalmlied Asaphs. Gott, schweige doch nicht also und sei doch nicht so still; Gott, halt doch nicht so inne!
83:2 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, richten den Kopf auf.
83:3 Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk und ratschlagen wider deine Verborgenen.
83:4 “Wohl her!” sprechen sie; “laßt uns sie ausrotten, daß sie kein Volk seien, daß des Namens Israel nicht mehr gedacht werde!”
83:5 Denn sie haben sich miteinander vereinigt und einen Bund wider dich gemacht,
83:6 die Hütten der Edomiter und Ismaeliter, der Moabiter und Hagariter,
83:7 der Gebaliter, Ammoniter und Amalekiter, die Philister samt denen zu Tyrus;
83:8 Assur hat sich auch zu ihnen geschlagen; sie helfen den Kindern Lot. (Sela.)
83:9 Tue ihnen, wie den Midianitern, wie Sisera, wie Jabin am Bach Kison,
83:10 die vertilgt wurden bei Endor und wurden zu Kot auf der Erde.
83:11 Mache ihre Fürsten wie Oreb und Seeb, alle ihre Obersten wie Sebah und Zalmuna,
83:12 die da sagen: Wir wollen Häuser Gottes einnehmen.
83:13 Gott, mache sie wie einen Wirbel, wie Stoppeln vor dem Winde.
83:14 Wie ein Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge anzündet:
83:15 also verfolge sie mit deinem Wetter und erschrecke sie mit deinem Ungewitter.
83:16 Mache ihr Angesicht voll Schande, daß sie nach deinem Namen fragen müssen, o HERR.
83:17 Schämen müssen sie sich und erschrecken auf immer und zu Schanden werden und umkommen;
83:18 so werden sie erkennen, daß du mit deinem Namen heißest HERR allein und der Höchste in aller Welt.
84:1 Ein Psalm der Kinder Korah, auf der Gittith, vorzusingen. Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!
84:2 Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.
84:3 Denn der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ihr Nest, da sie Junge hecken: deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und Gott.
84:4 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. (Sela.)
84:5 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln,
84:6 die durch das Jammertal gehen und machen daselbst Brunnen; und die Lehrer werden mit viel Segen geschmückt.
84:7 Sie erhalten einen Sieg nach dem andern, daß man sehen muß, der rechte Gott sei zu Zion.
84:8 HERR, Gott Zebaoth, erhöre mein Gebet; vernimm's, Gott Jakobs! (Sela.)
84:9 Gott, unser Schild, schaue doch; siehe an das Antlitz deines Gesalbten!
84:10 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser denn sonst tausend; ich will lieber der Tür hüten in meines Gottes Hause denn wohnen in der Gottlosen Hütten.
84:11 Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre: er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.
84:12 HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt!
85:1 Ein Psalm der Kinder Korah, vorzusingen. HERR, der du bist vormals gnädig gewesen deinem Lande und hast die Gefangenen Jakobs erlöst;
85:2 der du die Missetat vormals vergeben hast deinem Volk und alle ihre Sünde bedeckt (sela);
85:3 der du vormals hast allen deinen Zorn aufgehoben und dich gewendet von dem Grimm deines Zorns:
85:4 tröste uns, Gott, unser Heiland, und laß ab von deiner Ungnade über uns!
85:5 Willst du denn ewiglich über uns zürnen und deinen Zorn gehen lassen für und für?
85:6 Willst du uns denn nicht wieder erquicken, daß sich dein Volk über dich freuen möge?
85:7 HERR, erzeige uns deine Gnade und hilf uns!
85:8 Ach, daß ich hören sollte, was Gott der HERR redet; daß er Frieden zusagte seinem Volk und seinen Heiligen, auf daß sie nicht auf eine Torheit geraten!
85:9 Doch ist ja seine Hilfe nahe denen, die ihn fürchten, daß in unserm Lande Ehre wohne;
85:10 daß Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen;
85:11 daß Treue auf der Erde wachse und Gerechtigkeit vom Himmel schaue;
85:12 daß uns auch der HERR Gutes tue und unser Land sein Gewächs gebe;
85:13 daß Gerechtigkeit weiter vor ihm bleibe und im Schwange gehe.
86:1 Ein Gebet Davids. HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.
86:2 Bewahre meine Seele; denn ich bin heilig. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verläßt auf dich.
86:3 Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir!
86:4 Erfreue die Seele deines Knechtes; denn nach dir, Herr, verlangt mich.
86:5 Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen.
86:6 Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens.
86:7 In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören.
86:8 Herr, dir ist keiner gleich unter den Göttern, und ist niemand, der tun kann wie du.
86:9 Alle Heiden die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren,
86:10 daß du so groß bist und Wunder tust und allein Gott bist.
86:11 Weise mir, HERR, deinen Weg, daß ich wandle in deiner Wahrheit; erhalte mein Herz bei dem einen, daß ich deinen Namen fürchte.
86:12 Ich danke dir, Herr, mein Gott, von ganzem Herzen und ehre deinen Namen ewiglich.
86:13 Denn deine Güte ist groß über mich; du hast meine Seele errettet aus der tiefen Hölle.
86:14 Gott, es setzen sich die Stolzen wider mich, und der Haufe der Gewalttätigen steht mir nach meiner Seele, und haben dich nicht vor Augen.
86:15 Du aber, Herr, Gott, bist barmherzig und gnädig, geduldig und von großer Güte und Treue.
86:16 Wende dich zu mir, sei mir gnädig; stärke deinen Knecht mit deiner Kraft und hilf dem Sohn deiner Magd!
86:17 Tu ein Zeichen an mir, daß mir's wohl gehe, daß es sehen, die mich hassen, und sich schämen müssen, daß du mir beistehst, HERR, und tröstest mich.
87:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah. Sie ist fest gegründet auf den heiligen Bergen.
87:2 Der HERR liebt die Tore Zions über alle Wohnungen Jakobs.
87:3 Herrliche Dinge werden in dir gepredigt, du Stadt Gottes. (Sela.)
87:4 Ich will predigen lassen Rahab und Babel, daß sie mich kennen sollen. Siehe, die Philister und Tyrer samt den Mohren werden daselbst geboren.
87:5 Man wird zu Zion sagen, daß allerlei Leute darin geboren werden und daß er, der Höchste, sie baue.
87:6 Der HERR wird zählen, wenn er aufschreibt die Völker: “Diese sind daselbst geboren.” (Sela.)
87:7 Und die Sänger wie die im Reigen werden alle in dir singen, eins ums andere.
88:1 Ein Psalmlied der Kinder Korah, vorzusingen, von der Schwachheit der Elenden. Eine Unterweisung Hemans, des Esrahiten. HERR, Gott, mein Heiland, ich schreie Tag und Nacht vor dir.
88:2 Laß mein Gebet vor dich kommen; neige deine Ohren zu meinem Geschrei.
88:3 Denn meine Seele ist voll Jammers, und mein Leben ist nahe dem Tode.
88:4 Ich bin geachtet gleich denen, die in die Grube fahren; ich bin ein Mann, der keine Hilfe hat.
88:5 Ich liege unter den Toten verlassen wie die Erschlagenen, die im Grabe liegen, deren du nicht mehr gedenkst und die von deiner Hand abgesondert sind.
88:6 Du hast mich in die Grube hinuntergelegt, in die Finsternis und in die Tiefe.
88:7 Dein Grimm drückt mich; du drängst mich mit allen deinen Fluten. (Sela.)
88:8 Meine Freunde hast du ferne von mir getan; du hast mich ihnen zum Greuel gemacht. Ich liege gefangen und kann nicht herauskommen.
88:9 Meine Gestalt ist jämmerlich vor Elend. HERR, ich rufe dich an täglich; ich breite meine Hände aus zu dir.
88:10 Wirst du denn unter den Toten Wunder tun, oder werden die Verstorbenen aufstehen und dir danken? (Sela.)
88:11 Wird man in Gräbern erzählen deine Güte, und deine Treue im Verderben?
88:12 Mögen denn deine Wunder in der Finsternis erkannt werden oder deine Gerechtigkeit in dem Lande, da man nichts gedenkt?
88:13 Aber ich schreie zu dir, HERR, und mein Gebet kommt frühe vor dich.
88:14 Warum verstößest du, HERR, meine Seele und verbirgst dein Antlitz vor mir?
88:15 Ich bin elend und ohnmächtig, daß ich so verstoßen bin; ich leide deine Schrecken, daß ich fast verzage.
88:16 Dein Grimm geht über mich; dein Schrecken drückt mich.
88:17 Sie umgeben mich täglich wie Wasser und umringen mich miteinander.
88:18 Du machst, daß meine Freunde und Nächsten und meine Verwandten sich ferne von mir halten um solches Elends willen.
Text: Lutherbibel 1912.