Tag 24 von 30
Ps 109:1–115:18 · etwa 6 Min.
109:1 Ein Psalm Davids, vorzusingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht!
109:2 Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul gegen mich aufgetan und reden wider mich mit falscher Zunge;
109:3 und sie reden giftig wider mich allenthalben und streiten wider mich ohne Ursache.
109:4 Dafür, daß ich sie liebe, sind sie wider mich; ich aber bete.
109:5 Sie beweisen mir Böses um Gutes und Haß um Liebe.
109:6 Setze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.
109:7 Wenn er gerichtet wird, müsse er verdammt ausgehen, und sein Gebet müsse Sünde sein.
109:8 Seiner Tage müssen wenige werden, und sein Amt müsse ein anderer empfangen.
109:9 Seine Kinder müssen Waisen werden und sein Weib eine Witwe.
109:10 Seine Kinder müssen in der Irre gehen und betteln und suchen, als die verdorben sind.
109:11 Es müsse der Wucherer aussaugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.
109:12 Und niemand müsse ihm Gutes tun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.
109:13 Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden; ihr Name werde im andern Glied vertilgt.
109:14 Seiner Väter Missetat müsse gedacht werden vor dem HERRN, und seiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilgt werden.
109:15 Der HERR müsse sie nimmer aus den Augen lassen, und ihr Gedächtnis müsse ausgerottet werden auf Erden,
109:16 darum daß er so gar keine Barmherzigkeit hatte, sondern verfolgte den Elenden und Armen und Betrübten, daß er ihn tötete.
109:17 Und er wollte den Fluch haben, der wird ihm auch kommen; er wollte den Segen nicht, so wird er auch ferne von ihm bleiben.
109:18 Er zog an den Fluch wie sein Hemd; der ist in sein Inwendiges gegangen wie Wasser, und wie Öl in seine Gebeine;
109:19 So werde er ihm wie ein Kleid, das er anhabe, und wie ein Gürtel, mit dem er allewege sich gürte.
109:20 So geschehe denen vom HERRN, die mir zuwider sind und reden Böses wider meine Seele.
109:21 Aber du, HERR Herr, sei du mit mir um deines Namens willen; denn deine Gnade ist mein Trost: errette mich!
109:22 Denn ich bin arm und elend; mein Herz ist zerschlagen in mir.
109:23 Ich fahre dahin wie ein Schatten, der vertrieben wird, und werde verjagt wie die Heuschrecken.
109:24 Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist mager und hat kein Fett.
109:25 Und ich muß ihr Spott sein; wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf.
109:26 Stehe mir bei, HERR, mein Gott! hilf mir nach deiner Gnade,
109:27 daß sie innewerden, daß dies sei deine Hand, daß du, HERR, solches tust.
109:28 Fluchen sie, so segne du. Setzen sie sich wider mich, so sollen sie zu Schanden werden; aber dein Knecht müsse sich freuen.
109:29 Meine Widersacher müssen mit Schmach angezogen werden und mit ihrer Schande bekleidet werden wie ein Rock.
109:30 Ich will dem HERRN sehr danken mit meinem Munde und ihn rühmen unter vielen.
109:31 Denn er steht dem Armen zur Rechten, daß er ihm helfe von denen, die sein Leben verurteilen.
110:1 Ein Psalm Davids. Der HERR sprach zu meinem Herrn: “Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.”
110:2 Der HERR wird das Zepter deines Reiches senden aus Zion: “Herrsche unter deinen Feinden!”
110:3 Nach deinem Sieg wird dir dein Volk willig opfern in heiligem Schmuck. Deine Kinder werden dir geboren wie der Tau aus der Morgenröte.
110:4 Der HERR hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: “Du ist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.”
110:5 Der Herr zu deiner Rechten wird zerschmettern die Könige am Tage seines Zorns;
110:6 er wird richten unter den Heiden; er wird ein großes Schlagen unter ihnen tun; er wird zerschmettern das Haupt über große Lande.
110:7 Er wird trinken vom Bach auf dem Wege; darum wird er das Haupt emporheben.
111:1 Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rat der Frommen und in der Gemeinde.
111:2 Groß sind die Werke des HERRN; wer ihrer achtet, der hat eitel Lust daran.
111:3 Was er ordnet, das ist löblich und herrlich; und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
111:4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige HERR.
111:5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt ewiglich an seinen Bund.
111:6 Er läßt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, daß er ihnen gebe das Erbe der Heiden.
111:7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Gebote sind rechtschaffen.
111:8 Sie werden erhalten immer und ewiglich und geschehen treulich und redlich.
111:9 Er sendet eine Erlösung seinem Volk; er verheizt, daß sein Bund ewiglich bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name.
111:10 Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang. Das ist eine feine Klugheit, wer darnach tut, des Lob bleibt ewiglich.
112:1 Halleluja! Wohl dem, der den HERRN fürchtet, der große Lust hat zu seinen Geboten!
112:2 Des Same wird gewaltig sein auf Erden; das Geschlecht der Frommen wird gesegnet sein.
112:3 Reichtum und die Fülle wird in ihrem Hause sein, und ihre Gerechtigkeit bleibt ewiglich.
112:4 Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis von dem Gnädigen, Barmherzigen und Gerechten.
112:5 Wohl dem, der barmherzig ist und gerne leidet und richtet seine Sachen aus, daß er niemand Unrecht tue!
112:6 Denn er wird ewiglich bleiben; des Gerechten wird nimmermehr vergessen.
112:7 Wenn eine Plage kommen will, so fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN.
112:8 Sein Herz ist getrost und fürchtet sich nicht, bis er seine Lust an seinen Feinden sieht.
112:9 Er streut aus und gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich, sein Horn wird erhöht mit Ehren.
112:10 Der Gottlose wird's sehen, und es wird ihn verdrießen; seine Zähne wird er zusammenbeißen und vergehen. Denn was die Gottlosen gerne wollten, das ist verloren.
113:1 Halleluja! Lobet, ihr Knechte des HERRN, lobet den Namen des HERRN!
113:2 Gelobet sei des HERRN Name von nun an bis in Ewigkeit!
113:3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!
113:4 Der HERR ist hoch über alle Heiden; seine Ehre geht, soweit der Himmel ist.
113:5 Wer ist wie der HERR, unser Gott? der sich so hoch gesetzt hat
113:6 und auf das Niedrige sieht im Himmel und auf Erden;
113:7 der den Geringen aufrichtet aus dem Staube und erhöht den Armen aus dem Kot,
113:8 daß er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;
113:9 der die Unfruchtbare im Hause wohnen macht, daß sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!
114:1 Da Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem fremden Volk,
114:2 da ward Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.
114:3 Das Meer sah es und floh; der Jordan wandte sich zurück;
114:4 die Berge hüpften wie die Lämmer, die Hügel wie die jungen Schafe.
114:5 Was war dir, du Meer, daß du flohest, und du, Jordan, daß du dich zurückwandtest,
114:6 ihr Berge, daß ihr hüpftet wie die Lämmer, ihr Hügel wie die jungen Schafe?
114:7 Vor dem HERRN bebte die Erde, vor dem Gott Jakobs,
114:8 der den Fels wandelte in einen Wassersee und die Steine in Wasserbrunnen.
115:1 Nicht uns, HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre um deine Gnade und Wahrheit!
115:2 Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott?
115:3 Aber unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.
115:4 Jener Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht.
115:5 Sie haben Mäuler, und reden nicht; sie haben Augen, und sehen nicht;
115:6 sie haben Ohren, und hören nicht; sie heben Nasen, und riechen nicht;
115:7 sie haben Hände, und greifen nicht; Füße haben sie, und gehen nicht; sie reden nicht durch ihren Hals.
115:8 Die solche machen, sind ihnen gleich, und alle, die auf sie hoffen.
115:9 Aber Israel hoffe auf den HERRN! Der ist ihre Hilfe und Schild.
115:10 Das Haus Aaron hoffe auf den HERRN! Der ist ihre Hilfe und Schild.
115:11 Die den HERRN fürchten, hoffen auf den HERRN! Der ist ihre Hilfe und Schild.
115:12 Der HERR denkt an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron;
115:13 er segnet, die den HERRN fürchten, Kleine und Große.
115:14 Der HERR segne euch je mehr und mehr, euch und eure Kinder!
115:15 Ihr seid die Gesegneten des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
115:16 Der Himmel allenthalben ist des HERRN; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.
115:17 Die Toten werden dich, HERR, nicht loben, noch die hinunterfahren in die Stille;
115:18 sondern wir loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!
Text: Lutherbibel 1912.